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Pressemitteilung vom 25.08.2009

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ERÖFFNUNG subvision. kunst. festival. off.
Mittwoch, 26. August, ab 19 Uhr, Strandkai (HafenCity)
Wo ist der Ort der Kunst? Was macht alternative Formen der Kunstproduktion und -präsentation aus? Sind andere Formate des Ausstellens und Vermittelns von zeitgenössischer Kunst denkbar? Ist ein Austausch zwischen Publikum und Künstlern möglich, der über den bloßen „Konsum” eines Werkes hinausgeht? Können künstlerische Projekte auf gesellschaftliche Prozesse einwirken? Oder andersherum: Welchen Einfluss haben gesellschaftliche und politische Kontexte auf ästhetische Prozesse, bei uns und in anderen Ländern? Gibt es Off-Kunst? Und wenn ja - wie weit reicht ihre emanzipatorische Kraft? Wer bestimmt eigentlich, was „off” ist? subvision. kunst. festival. off. widmet sich Fragen wie diesen, indem es Publikum und Künstler miteinander ins Gespräch bringt.

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Erweiterte Ausstellungspraxis

Über 30 Künstlerinitiativen aus 20 Ländern geben vom 26. August bis zum 6. September Einblicke in ihre ganz eigenen künstlerischen Arbeitsweisen und Strategien der Präsentation von Kunst und damit in eine erweiterte Form der Ausstellungspraxis außerhalb etablierter Institutionen und kommerzieller Strukturen. „Unter verschärften Bedingungen geht es bei subvision um grundlegende Fragen an die Kunst, ihre ästhetische Funktion und gesellschaftliche Rolle. subvision stellt Initiativen in den Mittelpunkt, die Grundlagenforschung betreiben und die - jenseits tradierter, routinierter Wege und Abläufe und jenseits eines schnellen Erfolgs am Markt - ihre Ausgangsmotivation für die Beschäftigung mit Kunst nicht aus den Augen verlieren”, so die Kuratorin Brigitte Kölle. Dazu zählen freie Ausstellungsräume, Off-Spaces, Kuratoren-Kollektive, künstlerische Forschungs- und Archivprojekte oder auch nomadische Projekte.

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Nachhaltige Vernetzung

Alle bei subvision vertretenen Positionen verbindet die Wertschätzung der Zusammenarbeit als soziale und kulturelle Praxis. Konsequenterweise sind nicht einzelne KünstlerInnen nach Hamburg eingeladen, sondern kollaborativ arbeitende Künstlergruppen, die während des gesamten Festivals anwesend sind. So entsteht eine spezifische Mischung aus Ausstellungs- und Arbeitssituation, die neue Chancen der Vernetzung - zwischen den einzelnen Künstlerinitiativen als auch mit interessierten Besuchern - eröffnet. Dem entspricht ein Festival-Rahmen, der zahlreiche Möglichkeiten der Einmischung und Einlassung bietet. Er gliedert sich in eine Ausstellung, die sich im Laufe des Festivals immer wieder verändern wird; eine temporäre Akademie mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Seminaren; sowie ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Performances, Buchpräsentationen und Konzerten. „subvision will ein Wirkungsfeld eröffnen, in dem sich Teilnehmer wie Besucher über Strategien von Künstlerinitiativen informieren und austauschen. Zugleich soll den Behauptungen und Befragungen eigener und anderer Entwürfe nachgegangen werden”, betont der künstlerische Leiter Martin Köttering.

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Gastspiel mit Substanz

Ein großer Teil der eingeladenen Initiativen hat eigens für das Festival Projekte und Werke entwickelt, die exemplarisch sind für ihre inhaltliche Ausrichtung und Arbeitsweise. Beispielsweise untersucht die Gruppe 98weeks research project (Beirut) mit ihrem Projekt „Words… Action!”, wie künstlerische Praktiken die Lücken zwischen Text und Aktion, Sprache und Engagement schließen können. Die Kling & Bang gallery (Reykjavik) produziert und vervielfältigt während des Festivals exzessiv Nachrichten im Stil von Sensationsblättern und wirft so die Frage nach der „Herstellung” von Information auf. Graffiti Research Lab (London/Wien) versteht sich als Weiterentwicklung der Street Art und präsentiert sein mobiles Laser-Tag-System, das es ermöglicht, große Gebäudeflächen temporär zu beschriften und eigene Botschaften im öffentlichen Raum zu projizieren. Publish and be Damned (London) stellt erstmals in Deutschland sein einzigartiges Archiv aus künstlerischen Eigenpublikationen aus und lädt vor Ort zur gemeinsamen Produktion eines Fanzines ein. Die Künstlergruppe Mahony (Wien) widmet sich dem Bild des Künstlers als Grenzgänger und Entdecker neuer Welten, das es in einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Selbstironie aufgreift - und streift dabei en passant Fragen nach Migration und Globalisierung.

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Architektur auf Zeit

Die von der Architektur Werkstatt Hamburg entworfene Ausstellungsarchitektur aus Schiffscontainern und Baugerüsten zitiert gleichsam das urbanistische Modell schlechthin: Seine klare Struktur erinnert an den Stadtplan von Manhattan - aber auch an miteinander verbundene Spielfelder, auf denen Aktion und Partizipation möglich werden. Diese Architektur auf Zeit besetzt eine der letzten unbebauten Flächen auf dem westlichen Strandkai in der HafenCity Hamburg und stellt die Implantation eines Fremdkörpers dar, zu dem sich die eingeladenen Künstler verhalten müssen - und wollen. Die Verwendung von Schiffscontainern eröffnet ein weites Feld an Assoziationen, das von der Lokalität Hafen über internationalen (Waren-) Austausch reicht. Eine Entkoppelung von den umgebenden realen Verhältnissen jedenfalls wird nicht vorgeschützt im Gegensatz zum “White Cube” des Kunstbetriebs.

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Kooperation

Ermöglicht wird subvision auf Initiative der Hochschule für bildende Künste Hamburg in Kooperation mit den Deichtorhallen und der Hamburger Kunsthalle sowie durch die Unterstützung zahlreicher öffentlicher und privater Förderer. Besonderer Dank geht an die Kulturstiftung des Bundes. Ohne die zahlreichen Förderer, Sponsoren und Mitstreiter wäre es nicht möglich gewesen, in vergleichbarem Umfang Künstlerinitiativen an einen Ort einzuladen.

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Teilnehmende Künstlerinitiativen

98 weeks research project, Beirut (LB), Artspeak, Vancouver (CA), BALTIC RAW ORG, Hamburg (DE), Barbur, Jerusalem (IL) + Darom, Tel Aviv (IL), Bell Street Project Space, Wien (AT), CAA/CAA (Contemporary Art Archive/Center for Art Analysis), Bukarest (RO), Chto delat/Was tun?, St. Petersburg (RU), De Service Garage + Parachutartists Foundation, Amsterdam (NL), D.I.V.O Institute, Kolin (CZ), Estación, Tijuana, Tijuana (MX), F.A.I.T. (Foundation Artists - Innovation - Theory), Krakau (PL) in Zusammenarbeit mit umschichten, Stuttgart (DE), Galleria Huuto, Helsinki (FI), Graffiti Research Lab Vienna (vs. Memory9), London (UK), Guestroom, London (UK), Gugulective, Kapstadt (ZA), i-cabin, London (UK), Kling & Bang gallery, Reykjavik (IS), Komplot, Brüssel (BE), Konsortium, Düsseldorf (DE), Kunst-Imbiss, Hamburg (DE), Mahony, Wien (AT), N55, Kopenhagen (DK), noroomgallery, Hamburg (DE), Para/Site Art Space, Hongkong (CN), Publish and be Damned, London (UK), Sparwasser HQ, Offensive für zeitgenössische Kunst und Kommunikation, Berlin (DE), The Hex, London (UK) in Zusammenarbeit mit Trottoir, Hamburg (DE), The Suburban, Oak Park (US)

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Partner, Förderer und Sponsoren

subvision wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes; Initiative „Kunst und Kultur in der HafenCity”: HafenCity Hamburg GmbH, Hamburgische Kulturstiftung, Körber-Stiftung; Freie und Hansestadt Hamburg: Behörde für Kultur, Sport und Medien; Karl H. Ditze Stiftung; Rudolf Augstein Stiftung; Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius; Garbe Investment GmbH; Neumann Gruppe GmbH; subvision Künstlerinitiativen werden unterstützt von ifa - Institut für Auslandsbeziehungen; Mondriaan Stichting; Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds; Philipp Otto Runge-Stiftung; Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung; Danish Arts Council; British Council; CIA - Center for Icelandic Art; Botschaft des Staates Israel; Embajada de México; Embassy of the United States of America; Gebeco Kiel; Edel; SEAT; subvision Festivalarchitektur wird ermöglicht durch Capital Intermodal; Hamburg Süd; NYK Line (Deutschland) GmbH; ICON; STRABAG; HafenCity Hamburg GmbH; Kalmar; Boels; Stapelfeldt Container-Transport; Palettenservice Hamburg; PHH Personaldienstleistungen; Fa. Carl Tiedemann; Kultur- und Medienpartnerschaften NDR Kultur; Szene Hamburg


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