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Projekt:

Künstlerinitiativen aus aller Welt, die neue Ausstellungs- und Vermittlungsformate erproben, waren eingeladen, während des subvision Festivals für internationale Gegenwartskunst vom 26.08. bis 06.09.2009 ihre künstlerische Arbeit, ihre ganz eigenen Strategien der Präsentation und Vermittlung von Kunst vorzustellen. 31 Künstlergruppen, freie Projekträume, Off-Spaces und Research Projekte aus 19 Ländern, die sich außerhalb etablierter Institutionen und ungeachtet kommerzieller Verwertbarkeit entwickeln, schufen ein spannungsreiches und vielfältiges Präsentationsforum mit Ausstellungen, Künstlergesprächen, Performances, Konzerten, Lesungen und Videoscreenings. Eine temporäre Ausstellungs-Architektur aus Schiffscontainern und Baugerüsten bildete einen ungewöhnlichen Rahmen für ein unkonventionelles Vorhaben. Der Entwurf für das noch unbebaute „Filetstück“ der Hafencity orientierte sich an stadtplanerischen Modellen und zitiert diese nicht ohne Ironie.

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Künstlerinitiativen

Im Fokus standen hierbei Formen von kultureller Produktion, die sich jenseits etablierter Institutionen und ungeachtet kommerzieller Verwertbarkeit entwickeln: Künstlerinitativen, Artist-run-Spaces, nomadische Projekte, Archive, Research Projects, selbstorganisierte Vermittlungsnetzwerke u.a. Den traditionellen Formen des Kunstbetriebs, seinen Kunstmessen, Biennalen und Großveranstaltungen wurden bewusst alternative Formate und experimentelle Weisen der (Re-) Präsentation und Distribution entgegengesetzt. Verbindendes Element dieser heterogenen, überwiegend projektgebundenen Zusammenschlüsse ist oftmals eine selbstorganisierte, kollektive Arbeitsweise sowie die Betonung situativer Interventionen. Unter nicht selten prekären Produktionsbedingungen entwickeln sich eigene, virale Distributionswege und Netzwerke.

Organisation

Träger des Festivals war eine gemeinsame GmbH folgender Hamburger Kunstinstitutionen: Hochschule für bildende Künste, Hamburger Kunsthalle und Deichtorhallen. Die künstlerische Leitung lag bei Martin Köttering, dem Präsidenten der HFBK. Die inhaltliche Konzeption wurde von der Kuratorin Brigitte Kölle verantwortet. Einem Beirat gehören der ehemalige Direktor der Deichtorhallen, Dr. Robert Fleck und der Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Dr. Hubertus Gaßner an. Bei seiner Kontinente und Disziplinen übergreifenden Recherche wurde das Kuratorenteam unterstützt und beraten von internationalen KünstlerInnen, KuratorInnen und KritikerInnen, die als so genannte Scouts mit den lokalen und aktuellen Entwicklungen eng vertraut sind. Parallel zur Ausstellung wurde ein umfangreiches Begleitprogramm (Symposien, Vorträge, Workshops etc.) eigens für dieses Festival konzipiert und zusammengestellt, das sich sowohl an ein Fachpublikum wie auch an interessierte BesucherInnen richtet.

Kommunikation

Die eingeladenen KünstlerInnen waren während des Festivals vor Ort anwesend, um ihre Arbeit persönlich vorzustellen und im Rahmen eines umfangreichen Vermittlungsprogramms zur Diskussion zu stellen. Eine weitgehende Integration der KünstlerInnen in den Vermittlungsprozess wurde erfolgreich fokussiert. Darüber hinaus erarbeiteten Studierende der HFBK Hamburg spezielle Vermittlungskonzepte und führten diese durch. Eine umfangreiche Kommunikationsplattform im Internet lotete seit März 2008 das Thema ‚off’ aus. Die Plattform diente der Kommunikation der inhaltlichen Gesamtkonzeption des Festivals sowie der Veröffentlichung projektübergreifender Informationen. Bereits im Vorfeld entwickelte sich auf der festivaleigenen Website und der Kunst-Blog-Szene ein reger Austausch zu den Fragestellungen von subvision, welcher sich über die Festivaldauer hinaus fortsetzte. Ein Kurzführer in gedruckter Form bot den Festivalbesuchern Basisinformation zu den einzelnen Künstlerinitiativen und lieferte Hinweise für eine weiterführende Recherche. Das umfangreiche, eigens kuratierte Vermittlungsprogramm mit Symposien, Diskussionensrunden, Vorträgen, Künstlergesprächen etc. war integraler Bestandteil des Festivals und gab den BesucherInnen die Möglichkeit zur vertiefenden gedanklichen Auseinandersetzung, zum Gespräch und zur theoretischen Reflexion.

Besonderheit und Ziele

Hamburg besitzt eine lebendige und vielfältige Szene an selbstorganisierten Projekträumen mit außergewöhnlichen Organisationsansätzen. Subvision stellte künstlerische Initiativen erstmals in einen breiten internationalen Kontext. AktivistInnen, KünstlerInnen und Kulturschaffende unterschiedlicher geografischer, kultureller und politischer Zusammenhänge trafen dabei aufeinander. Durch den internationalen Fokus, die spannende, unkonventionelle Zusammenstellung und die ungewöhnliche Präsentation war subvision ein weltweit einmaliges Ereignis. Ziel war es, sowohl einer breiteren Öffentlichkeit konzentrierte Einblicke zu ermöglichen, die der Information und dem Erkenntnisgewinn für ein umfassenderes Kulturverständnis dienen, als auch den direkten Austausch internationaler Künstlerinitiativen und der sich daraus ergebenden Synergien zu fördern.